Pendlerpauschale


Pauschale für Fahrtkosten?

fahrtkostenpauschaleDie Fahrtkostenpauschale bezeichnet man auch als Pendler- oder Entfernungspauschale. Gemeint ist die steuerliche Geltendmachung von Fahrtkosten für Steuerpflichtige, die auf dem regelmäßigen Weg von der Haustür bis zur Arbeitsstätte anfallen. Man setzt sie bei den Betriebsausgaben an. Jeder Entfernungskilometer zwischen Betrieb und Wohnung wird mit einer Pendlerpauschale berechnet. Zudem muss man, um die Geltendmachung in Anspruch zu nehmen, die kürzeste Straßenverbindung berücksichtigen. In einigen Fällen erkennt das Finanzamt auch andere Wege an, sofern es dafür eine stichhaltige Begründung gibt. Möglich wäre das beispielsweise, wenn die alternative Route verkehrsgünstiger ist. Nutzt man den privaten PKW für Geschäftsreisen, kann man bei diesen Reisen sowohl eine tatsächliche Fahrtkostenerstattung für den individuellen Kilometersatz beantragen oder aber die allgemeine Kostenpauschale verlangen.

Fahrtkostenzuschuss

Grundlegend kann man die Fahrtkosten nicht nur dann abrechnen, wenn der Unternehmer einen PKW für seine Reisen verwendet, sondern auch beim Benutzen anderer Fahrzeuge. Hierzu zählen unter anderem das Moped, Motorrad und sogar das Fahrrad. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass sich die Berechnung der Pauschalen unterscheidet:

• PKW = 0,30 Euro je Kilometer
• Motorrad = 0,13 Euro je Kilometer
• Moped = 0,08 Euro je Kilometer
• Fahrrad = 0,05 Euro je Kilometer

fahrtkostenzuschussNicht immer fällt das Nutzen der Fahrtkostenpauschale zum Vorteil des Unternehmers aus. Schließlich kann ein enormer Zeitaufwand entstehen, wenn die Abrechnung und Auflistung der tatsächlichen Kosten mühevoll erfolgen müssen. Ein weiterer Nachteil ergibt sich daraus, dass die Pauschale zum Abweichen der Betriebskosten führen kann, sollte beispielsweise ein Unfall mit dem Privatfahrzeug verursacht worden sein. In diesem Fall lassen sich eventuelle Kosten, die aus dem Unfall hervorgehen, nicht mehr als eine Betriebsausgabe absetzen. Dem gegenüber steht aber der klare Vorteil, dass der Unternehmer seine Privatfahrten nicht mehr gesondert auflisten muss.

Die Berechnung der Pendlerpauschale

Neben der Anzahl der Kilometer will das Finanzamt auch die Arbeitstage vom Arbeitnehmer wissen. Dabei ist es nicht nötig, die einzelnen Tage im Kalender zu zählen. Arbeitet man 5 Tage die Woche im Betrieb, trägt man einfach 230 Tage ein. Bei 6 Arbeitstagen pro Woche ergeben sich 280 Tage im Jahr. Wer höhere Angaben tätigt, um die Fahrtkostenpauschale Arbeitgeber zu beantragen, muss hierfür einen Nachweis erbringen.

fahrtkosten steuererklärungDas individuelle Kilometergeld lässt sich errechnen, indem die Arbeitstage pro Jahr mit der Kilometerzahl für die normale Fahrt vom Wohnsitz zur Arbeit multipliziert werden. Das Ergebnis multipliziert man anschließend mit 30 Cent, sofern die Fahrt mit einem PKW gemacht wurde. Diese Summe zieht das Finanzamt von den kompletten Jahreseinnahmen ab und wendet das Einkommenssteuergesetz an. Die regelmäßige Arbeitsstätte Pauschale kann man nur für diejenigen Tage ansetzen, an welchen die Arbeitsstelle auf wirklich aufgesucht wurde. Zudem darf sie je Arbeitstag nur ein Mal und nur für die einfache Fahrtstrecke berechnet werden, ungeachtet dessen, dass auch mehrere Fahrten stattfinden können. Berücksichtigt werden dabei nur volle, nicht aber angefangene Kilometer, woraus eine geltende Höchstgrenze von 4.500 Euro pro Kalenderjahr resultiert. Im Durchschnitt akzeptiert das Finanzamt ca. 220 bis 230 Fahrten bei einer 5-Tage-Woche sowie 260 bis 280 Fahrten für die 6-Tage-Woche.

Die richtige Geltendmachung der Pauschale

Demnach gilt die Fahrtkostenpauschale für alle Personen, die regelmäßig vom Wohnsitz zur Arbeitsstätte und anschließend wieder zurück fahren. Diesen Personen steht es gesetzlich zu, die Pauschale alljährlich in der Steuererklärung geltend zu machen. Dabei wird sie nicht extra aufgeführt, sondern normalerweise in der Rubrik der Werbungskosten gelistet. Sowohl diese Kosten als auch andere Sonderausgaben schreibt das Finanzamt als Freibetrag auf die Steuerkarte, sofern die planmäßigen Aufwendungen 600 Euro oder mehr betragen. Erreicht man die Antragsgrenze nicht, so wird die Eintragung vom Amt abgelehnt. Zu beachten ist hierbei, dass sich der Freibetrag für Werbungskosten nur dann rentiert, wenn er den Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 Euro übersteigt. Dieser ist im Lohnsteuertarif eines jeden Monats berücksichtigt. All das muss bei der regelmäßige Arbeitsstätte Pauschale in Betracht gezogen werden.

Weitere Regelungen

Finanzgerichte sind der Ansicht, dass Selbstständige bezüglich ihrer steuerlichen Abzugsfähigkeit der Fahrtkosten nicht schlechter gestellt sein dürfen als gewöhnliche Arbeitnehmer. Jedoch existiert derzeit keine Regelung im Einkommenssteuerrecht, das eine Fahrtkostenpauschale Selbständige anstreben würde. Eine erfolgreiche Klage einer Musikpädagogin lässt jedoch hoffen. Diese hat nämlich ergeben, die Fahrten der Klägerin seien in voller Höhe von den Betriebsausgaben abzuziehen, unabhängig davon, welches Verkehrsmittel benutzt wurde.

In Bezug auf die Fahrtkostenpauschale für Handwerker

Hier gilt aktuell, dass auch bei kurzen Aufträgen die Fahrtkosten extra berechnet werden können. Bei Aufträgen, die maximal 2 Stunden dauern, ist allgemein üblich, die Kosten für die Fahrten aufzulisten. Selbst dann, wenn der Leistungsort dem Ort des Bauvorhabens entspricht. Eine Fahrtkosten Steuererklärung ist also auch bei Handwerkern nötig.

Etwas anders verhält es sich beim Fahrtkostenzuschuss. Dieser wird, sofern er nicht speziell aufgelistet ist, zu den positiven Einkünften gerechnet und unterliegt somit der Steuerpflicht. Trotzdem besteht die Möglichkeit, die Fahrtkostenpauschale in Anspruch zu nehmen. Sie wird sich dann maßgeblich aus der Differenz der Fahrtkosten und dem Fahrtkostenzuschuss zusammensetzen.

Darüber hinaus ist der Unterschied bei der Fahrtkostenpauschale Arbeitsamt zu berücksichtigen. Hier existieren örtliche Bestimmungen, sodass für konkrete Angaben der Arbeitsvermittler zuständig sein sollte. Pauschal geregelt ist jedoch, dass nur die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel übernommen werden und PKW eher in Ausnahmefällen Steuersubvention erfahren.

Abschließende Bemerkungen

Mit der Pauschale können also Transportkosten zurückerstattet werden. Das Ganze kann beim Hauptwohnsitz sehr nützlich sein, beim Zweitwohnsitz ist aber, sofern er vorhanden ist, Vorsicht geboten. Denn hier sind melderechtliche Verhältnisse zu berücksichtigen. Viele Arbeitende stellen sich gar nicht die Frage, ob eine Pendlerpauschale für ihren Zweitwohnsitz nützlich wäre. Sie beschäftigen sich eher damit, entweder die Pauschale oder den zweiten Wohnsitz zu wählen. Es gilt herauszufinden, wo die größere Steuerersparnis herrscht. Grundsätzlich aber ist es möglich, die Pauschale vom zweiten Wohnsitz aus zu beantragen, sollte die Arbeitsstrecke länger sein als zum Wohnsitz. Es kommt also darauf an, wo der Antragsteller seinen Lebensmittelpunkt hat.

Zweitwohnung Steuerersparnis

Manchmal ergibt eine konkrete Kalkulation eine größere Steuerersparnis beim Besitz einer Zweitwohnung. Doch das ist kein Grund, sich sofort gegen die Fahrtkostenpauschale auszusprechen. Schließlich führt die zweite Wohnung zwangsläufig zu Mehrkosten, welche die Steuerersparnis nicht auffängt, egal wie viele Steuerformulare man ausfüllt. Wer sich tatsächlich mit dieser Entscheidung beschäftigt, sollte sich folgende Frage stellen: Sind tägliche und lange Anfahrten zur Arbeit oder die Verlagerung des Hauptwohnsitzes besser?